100-jähriges Gemeindejubiläum in Eckernförde feierlich begangen

Am letzten Juniwochenende feierte die neuapostolische Gemeinde Eckernförde ihr 100-jähriges Bestehen. An zwei Tagen standen Begegnung, Musik, Gottesdienst und der dankbare Blick auf die Geschichte der Gemeinde im Mittelpunkt.

Der Samstag begann bei sommerlichem Wetter mit einer „offenen Kirche“. Gemeindevorsteher Evangelist Carsten Fiehler eröffnete den Tag und erinnerte daran, dass im Jahr 1926 Mission und Vision zusammenwirkten: Das Evangelium sollte zu den Menschen gebracht werden, zugleich entstand der Wunsch, eine Kirche zu sein, in der sich alle willkommen fühlen.

Im Anschluss richtete die amtierende Bürgermeisterin der Stadt Eckernförde, Iris Ploog, ein Grußwort an die Gemeinde. Sie gratulierte herzlich und zeigte sich beeindruckt von den Anfängen der Neuapostolischen Kirche in Eckernförde sowie vom Kirchenbau im Jahr 1955, der von Zusammenhalt und großem Engagement geprägt gewesen sei.

Diesen Zusammenhalt, so betonte die Bürgermeisterin, brauche es auch heute. Er sei ihr persönlich für die Stadt Eckernförde besonders wichtig.

Auch die Bedeutung von Vielfalt und gesellschaftlichem Miteinander wurde angesprochen. Frau Ploog würdigte das „tolle Miteinander“ in der Gemeinde sowie die intensive ehrenamtliche Tätigkeit, die ein wichtiges Merkmal der Neuapostolischen Kirche in der Gesellschaft sei.

Nach der Eröffnung kamen Besucherinnen und Besucher sowie Gemeindemitglieder in den Kirchenräumen miteinander ins Gespräch. Informationstafeln, Präsentationen und Bilder aus dem Gemeindeleben gaben Einblicke in Geschichte, Entwicklung und Gegenwart der Gemeinde.

Am frühen Abend lud die Gemeinde gemeinsam mit ihrem Chor und dem Orchester des Kirchenbezirks Kiel, zu dem auch Eckernförde gehört, zu einem Jubiläumskonzert ein.

Unter dem Titel „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ erklangen Beiträge des Glaubens und des Dankes für Gottes Güte. Pastor Homrighausen von der Evangelischen Kirche Eckernförde überbrachte ein Grußwort und stellte die Gemeinsamkeiten der christlichen Glaubensgemeinschaften in den Mittelpunkt. Er verglich die Kirchen mit Schiffen in einem Hafen: Jedes sei individuell, doch alle hätten ein gemeinsames Ziel. Auch die Lesung des Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel hob die christliche Verbundenheit hervor. Das Konzert endete mit einem gemeinsamen Lied über Gottes Liebe zu den Menschen und die Freude, die daraus erwächst.

Den Festgottesdienst am Sonntag hielt Apostel Uli Falk. Grundlage war ein Wort aus Johannes 8,32: „… und die Wahrheit wird euch frei machen.“

In seiner Predigt machte der Apostel deutlich, dass wahre Freiheit nicht darin bestehe, beliebig zu handeln. Sie gründe vielmehr in der Erlösung von Sünde, die durch Jesus Christus und sein Opfer möglich geworden sei. Zugleich ermutigte er dazu, auf die Aufgaben zu vertrauen, die Gott gibt. Beim Rückblick auf 100 Jahre Gemeindegeschichte dürfe man nicht nur durch eine „rosa Brille“ sehen; auch schwere Zeiten hätten die Glaubensgeschwister durchstehen müssen. Umso wichtiger sei es, auf die Wahrheit des Glaubens zu sehen.

Ältester Jürgen Fellensiek erinnerte daran, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. (Johannes 14,6) Hierdurch kann allen Menschen die Gnade Gottes zuteil werden. Außerdem griff er den Wunsch nach Frieden im Gotteshaus auf, der zuvor im Chorgesang zum Ausdruck gekommen war.

Viele Geschwister, die früher zur Gemeinde gehörten und inzwischen verzogen sind, nahmen am Festgottesdienst teil. Am Ende des Gottesdienstes wurde Schwester Lynn Marie Fiehler zur Freude der Gemeinde in das Diakonenamt ordiniert.

Im Anschluss überbrachte Diakon Robert Klimek aus der benachbarten katholischen Kirche ein Grußwort. Dieser begrüßte die Gemeinde mit den Worten „Liebe himmlische Nachbarn“.  Gerne sei er der Einladung als Nachbar und Gast gefolgt. Als diese wollen wir auch gemeinsam den Weg in die Herrlichkeit gehen und unser Bürgerrecht im Himmel einnehmen.

So ging ein erfülltes Jubiläumswochenende zu Ende. Die Gemeinde blickte dankbar zurück, öffnete sich für Gäste und Freunde und pflegte die Gemeinschaft unter Christinnen und Christen – verbunden durch die gemeinsame Hoffnung auf die Zukunft bei Gott.